Viele Haiarten
sind kaum voneinander zu unterscheiden, da ihr Erscheinungsbild
so verblüffend ähnlich ist.Im Gegensatz zu den geläufigen Knochenfischen (Osteichtyhyes)
besteht das Skelett der Haie (Elasmobranchii) aus Knorpel. Die
meisten der ca. 460 Haiarten ernähren sich von Fischen,
Schnecken, Muscheln, Krebsen, Seehunden und anderen Meeressäugern.
Es gibt aber auch Haie (Tigerhai, Gemeiner Grundhai), welche
sich von Rochen, Vögeln, Säugetieren und von eigenen
Artgenossen ernähren. Die größten Haiarten, wie der Walhai
und der Riesenhai, sind reine Planktonfresser.
Die Größenverhältnisse der
unterschiedlichen Gattungen erstrecken sich vom nur 17 Zentimeter großen
Zwerghai bis zum 15 Meter langen Walhai. Haie sind mit den
besten Sinnesorganen ausgestattet, welche die Evolution je
hervorgebracht hat. Ihr Geruchssinn nimmt selbst über mehrere
Kilometer hinweg wenige Blutstropfen wahr und die Haie verfügen
gar über einen „sechsten Sinn“, der es ihnen ermöglicht,
elektrische Felder zu erkennen.
Diese und andere Eigenschaften
der Haie machen sie so einzigartig. Im Laufe der Evolution
entwickelten Haie unterschiedliche Fortpflanzungsformen, so dass
einige Arten Eier legen (z.B. Katzenhaie) und etwa 70 % von
ihnen lebend gebärend sind. Im Gegensatz zu anderen Fischen
haben Haie eine sehr niedrige Reproduktionsrate.
Haie stehen als Räuber
an oberster Stelle in der Nahrungskette und damit kommt ihnen
eine sehr entscheidende Schlüsselrolle zur Aufrechterhaltung
des ökologischen Gleichgewichtes zu. Ohne die Haie würden sich
ihre Beutetiere ungehindert vermehren, so dass eine negative
Verschiebung der Nahrungsgrundlage stattfinden würde. In
letzter Konsequenz wäre somit auch das pflanzliche Plankton
drastisch reduziert. Dieses Plankton produziert immerhin 2/3 des
Sauerstoffes der Erdatmosphäre. Der ökologische Kollaps wäre
damit vorprogrammiert und seine Folgen unabsehbar.
Haie sind bedrohte Tiere.
Zur Zeit sind 11 Haiarten vom Aussterben bedroht und deshalb für
die rote Liste vorgeschlagen. Laut der Internationalen
Naturschutzunion (IUCN) sind weitere 100 Haiarten gefährdet.
Nach einer Statistik des Bundesministeriums für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten hat Deutschland 1995 insgesamt über
2400 Tonnen Haie importiert. Seit 1996 sind es annähernd 3500
Tonnen pro Jahr.
Alleine durch Treibnetze in denen Haie als Beifang enden und dem
gezieltem Fang, werden weltweit über 100 Millionen Haie jährlich
getötet. Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft
(FAO) schätzt, dass Fischer jährlich 600.000 Tonnen Hai als
unerwünschten Beifang wieder über Bord werfen.
Vielerorts werden Haie in Aquarien gehalten. Diese artfremde Umgebung ist nicht geschaffen für die Tiere, da in freier Wildbahn täglich etliche Kilometer zurückgelegt werden. Oftmals sind es auch dröhnende Pumpanlagen in Aquarien, welchen den Tieren arg zusetzen. Die Beschaffung von Haien für Aquarien geschieht häufig durch Wildfänge, da Nachzuchten nicht bei allen Haiarten erreicht werden können. Was dies für die Tiere bedeutet, macht auch der auf unserer Homepage nachzulesende Artikel "Delphinarien" deutlich.
Haie, die so genanntem „Finning“ zum Opfer fallen, werden zu Haifischflossen - Suppe verarbeitet. Beim „Finning“ werden dem noch lebenden Hai die Flossen abgeschnitten. Geködert
werden die Tiere oft mit zu diesem Zweck getöteten Delfinen. Jeder vierte Fischer schneidet dem Hai die Flossen ab und wirft ihn zurück ins Meer. Man geht davon aus, dass ca. 86 % der
gefangenen Haie lebendig an Bord gezogen werden, von denen fast alle „gefinnt“ werden. Neben dem gezielten Haifang findet auch der so genannte Beifang statt, der während der Jagd auf
Tunfisch und Schwertfisch anfällt.
Hai-Finning trägt einen sehr großen Teil dazu bei, dass früher oder später ganze Haiarten verschwinden werden.
Die ausschließliche Verwendung der Flossen hat ökonomische Gründe. Die vollständige Verwertung des Hais scheint unrentabel, da Haiflossen an Bord der Schiffe weitaus weniger Platz beanspruchen. In Teilen der Ozeane ist Finning verboten, doch
eine Kontrolle ist nahezu unmöglich. Der Preis für ein Kilogramm Haiflossen liegt bei einem Maximum von bis zu 130 Dollar. Die wichtigsten Lieferanten sind Japan, USA und die
Vereinigten Arabischen Emirate.
Frühere Fangzahlen der Sportangler wurden leider nicht festgehalten, lediglich kapitale Fänge wurden auf Fotos dokumentiert. 1990 wurden schätzungsweise alleine vor der Ostküste der USA 2,5 Millionen Haie von Sportanglern gefangen und ca. 20 bis 40 % getötet.
In der Sportfischerei werden besonders Makohaie, Atlantische
Heringshaie, Tigerhaie und Blauhaie - aufgrund ihrer „Kampfqualitäten“ geschätzt. Bei sogenannten Haiturnieren wird versucht, in Rekordzeit möglichst große Tiere zu fangen, deren Verwendung sich oft auf Abfall beschränkt.
Auch deutsche Reiseveranstalter katalysieren eine Entwicklung, die zu einer weiteren Bedrohung der Haie angewachsen ist. Aus reiner Lust am Töten wurden auch von Tauchern Tausende von kleineren Haien mit Harpunen niedergestreckt.
Nur wenige Länder haben bisher den Haifang reglementiert. Südafrika und Australien erließen Gesetze zum Schutz des Weißen Hais.
Da die Sportfischerei für lokale Bootsunternehmer ein sehr attraktives Geschäft darstellt, (USA pro Boot 650 Dollar)stehen enorme finanzielle Interessen hinter diesem
Branchenzweig.
Reglementierungen einzelner Länder führen zur Abwanderung der Sportfischer in Gegenden, welche keinerlei Beschränkung aufweisen. Der „sportliche Reiz“ des „Drills“ führt für viele Haie zu einem schmerzvollen Todeskampf und oft werden die Haie nicht an Bord geholt, sondern lebendig am Haken mitgezogen. Sollten sie dennoch an Bord genommen werden, benutzen die Angler das „Gaff“, ein Gerät mit langem Stiel an dessen Ende sich ein scharfer Haken befindet. Dieser Haken wird an unterschiedlichen Körperstellen des Hais angesetzt und verursacht unvorstellbare Schmerzen. Eine bestialische Tierquälerei im Namen des "Sports".
Zu Tausenden müssen Haie in Europa, USA, Costa Rica und Taiwan für einen pseudopharmazeutischen Industriezweig ihr Leben lassen. Für
Heil- oder Nahrungsergänzungsmittel, deren mögliche positive Wirkung mehr als fragwürdig ist und von vielen Wissenschaftlern und Ärzten vehement bestritten wird, müssen
die Haie leiden. Ihnen werden die Knorpel entfernt und der Rest
des Tieres wird einfach weggeworfen.
Diese Knorpel werden zunächst in einem Chlorbad vom Fleisch befreit und dann gemahlen. Die gemahlenen Knorpel gehen in Kapselform für viel Geld über den Apothekertresen oder werden versendet. Diese Mittel positionieren sich unter den Namen „Haifit“ , „Haitin“
, „Hai Acord“, „Country Life“, „Now“, „Puritan’s Pride“ und „Haiknorpel“ im Markt.
Verantwortlich sind, neben den Verbrauchern dieser Produkte, natürlich die
Hersteller und Vertreiber, deren Beteuerungen, dass wegen ihrer Produkte kein Hai extra getötet würde, glatte Lügen sind, da das Gegenteil lange bewiesen wurde. Der wohl wichtigste
Haiknorpellieferant ist die Shark Technology of Costa Rica, die nach eigenen Angaben täglich 200 Haie verarbeitet.
Pulverisierter Haiknorpel enthält angeblich ein Protein, welches das Wachstum
neuer Blutgefäße, die für die Ausbreitung von Krebs nötig sind, hemmt. Selbst wenn eine direkte Anwendung wirkungsvoll wäre, so wäre die Einnahme nutzlos, weil das Protein nicht im
intakten Zustand vom Körper aufgenommen, sondern verdaut werden würde. Verschwiegen wird auch gern die Tatsache, dass es entgegen Gerüchten auch unter Haien Krebs gibt, sogar
Knorpelkrebs. Letztlich waren sich 1997 alle Forscher beim Jahrestreffen der „American Society of Clinical Oncology“ nach mehrfachen Studien an Krebspatienten einig - Haiknorpel hat bei den Patienten keine medizinisch nachweisbare Wirkung !
Dem „Deutschen Krebsforschungszentrum“ ist eine tumorspezifische Wirkung von Haiknorpel ebenfalls nicht bekannt. Haiknorpel enthält keine anderen Substanzen die nicht auch in Knorpeln anderer Tiere enthalten sind und darüber hinaus konnten die Hersteller
auch keinen Wirkstoff benennen, der nur in Haiknorpel vorhanden ist. Im Gegensatz zu anderen Ländern darf das im Land hergestellte Produkt „Haifit“ in der Schweiz nicht mehr als
Heilmittel deklariert werden. In Deutschland sind solcherlei Produkte weiterhin als Nahrungsergänzung zu erwerben.
Die Haut von Haien und Rochen hat eine sehr raue Oberfläche, die durch eingebettete Hautzähnchen (Placoid-Zähne) verursacht wird. Die Verzahnung der Haut ist nicht immer vollständig und variiert von Art zu Art erheblich. Die getrocknete Haut wird „Chagrin-Leder“ genannt und wurde früher gerne als Schleifpapier eingesetzt. Heute finden wir Haihäute in Schuhen,Trommelbespannungen, Schmuckschachteln und Besteckkästen wieder. Einige Haiarten liefern das Rohmaterial für das „Boroso-Leder“, wofür auf Spezialmärkten eine große Nachfrage herrscht.
Haizähne finden vielerlei Verwendung. Als Trophäe von Sportfischern, als Schmuck für Touristen oder für zeremonielle und kriegerische Zwecke bei den Völkern der Südsee. Messer aus Haizähnen können schlimme Verletzungen hervorrufen, da sie ausgefranste Wunden verursachen. Zur Anfertigung von Ohrschmuck werden die Zähne des Makohais bevorzugt und Eskimos stellen ihre Messer bevorzugt aus Zähnen des Grönlandhais her. Ein komplettes Gebiss kann mehr als 200 Dollar Ertrag einbringen.
Haiflossen finden ihren größten Absatzmarkt in Hongkong und im chinesischen Raum, wo sie zur Fertigung von Haifischflossensuppe verwendet werden. Aus über 60 Ländern der Welt werden jährlich an die 3000 Tonnen Haiflossen nach Hongkong exportiert, wobei Indien, Bangladesch, Sri Lanka und die Malediven zu den größten Lieferanten zählen. Für die Zubereitung von Haifischflossensuppe verwendet man nur die einzelne Rücken-,die Brust- und den oberen Lappen der Schwanzflosse. In den USA werden die Flossen fast aller Haiarten gehandelt.
Besonders der Düstere Hai hat unter diesem Markt zu leiden, da seine Flossen als besondere Delikatesse gelten und dadurch sein Bestand im Atlantik um 80 % zurückgegangen ist.
Hai - Leberöle werden für ein breites Spektrum eingesetzt. In den 30er Jahren vorwiegend zur Vitamin A – Gewinnung benutzt, wird Hai - Leberöl heute als Gerbungsmittel für Leder, als Zusätze in Parfüm und Kosmetika zur Hautverjüngung und auch für die dort enthaltene Substanz „Squalen“ in Medikamenten verwendet. Vitamin A ist für die Bildung des roten Farbstoffs in der Netzhaut des Auges notwendig. Menschen mit Vitamin A – Mangel neigen zur Nachtblindheit.
Mit jährlich über 300 Tonnen ist der größte Abnehmer Südkorea, aber auch Japan benötigt Hai - Leberöl zur Fertigung von Reinigungstüchern und zur Herstellung technischer Schmierstoffe.
Reines Hai - Leberöl ist in Form von Salben und Kapseln auch auf dem Europäischen Markt zu finden.
Der Glaube, dass die steil und kraftvoll aufragende Rückenfinne eines großen Raubfisches die männliche Potenz fördert, ist in Südostasien weit verbreitet und trägt ebenfalls zur Gefährdung der Haie bei. Auch die Kosmetikindustrie macht sich zunehmend schuldig, indem sie Haibestandteile in ihren Produkten wie z.B. Anti – Falten - Cremes verarbeitet. Collagen und Chodroitinsulfat sind hier die Zauberworte.
Essen Sie keine Haisteaks, Haifischflossensuppe, Fish + Chips und meiden Sie Geschäfte und Restaurants in denen Haie verkauft und/oder zubereitet werden.
Zusätzliche Pseudonyme werden in Restaurants und Supermärkten in Deutschland benutzt :
Karbonadenfisch,
Kalbsfisch und Seestör sind Decknamen für den Heringshai.
Schillerlocken und marinierter Seeaal sind Decknamen für den Dornhai.
Großbritannien : Rock Salmon
USA : Gray Fish
Frankreich : Saumonette
Australien : Flake
Taiwan : Tofu Shark (Walhai)
Verwenden Sie keine weiteren Hai-Produkte wie Haiknorpel in Kapsel- oder Salbenform und Produkte in denen folgende Bestandteile enthalten sind -
Haifischknorpelpulver
Squalen
Chondroitinsulfat
Marines Collagen
Verzichten Sie als Taucher auf kommerziell organisierte Tauchgänge bei denen Haie gefüttert und/oder gestört werden.